Nutrigenomik – neue Wege zur Gesundheit

Einfach gesagt ist die Nutrigenomik die Forschung an dem Effekt der Nahrung auf das Verhalten der Gene.

Die Gene sind Bestandteile der DNA (Träger aller Gene – das Bild der Doppelhelix, das die meisten automatisch im Sinn haben). In den Genen sind alle Erbinformationen gespeichert, die von den Eltern übertragen wurden. Die Gene sind nicht veränderbar und durch die Gene werden die Eigenschaften des Lebewesens festgelegt. Die Gene enthalten die Baupläne für die körpereigenen Eiweiße/Zellen und die von den Genen weiter gegebenen Informationen entscheiden somit über die Eigenschaften der gebildeten Körperzellen (Proteinbiosynthese). Das unsere Haut aus anderen Zellen besteht als unsere Magenschleimhaut liegt daran, dass zwar alle Zellinformationen in den Genen gespeichert sind, aber nur die Informationen weitergegeben werden, die an dieser Stelle im Organismus richtig sind. Es werden also einige Informationen versteckt und andere offengelegt (Prozess der Genexpression – An- und Abschalten einzelner Gene).

Für diese Genexpression ist das Epigenom zuständig. Das Epigenom umgibt die DNA und ist die veränderbare Verbindung von den unveränderbaren Genen zur Umwelt. Es ist also richtig, dass in den Genen alles festgelegt ist. Was aber von den Genen für Zellen entwickelt werden, ist veränderbar und wird durch das Epigenom festgelegt, dass auf Umwelteinflüsse reagiert. Dadurch ist es möglich, dass eineiige Zwillinge genetisch identisch sind, der eine aber zum Beispiel Asthma entwickelt und der andere Zwilling kerngesund ist.

Welche Gene das Epigenom aktiviert oder deaktiviert ist eine Frage der Umwelteinflüsse. Einfluss auf das Epigenom haben die Stoffe, die in den Körper gelangen (Verdauung, Atmung, Hautkontakt), mechanische oder chemische Einwirkungen auf den Körper und auch die Psyche. Damit stellt die Beeinflussung des Epigenom die subtilste und gleichzeitig effektivste Form der Gesundheitspflege dar. Aus diesem Grund ist die Nutrigenomik in der Humanmedizin ein stetig an Aufmerksamkeit gewinnender Wissenschaftsbereich.

Das Prinzip der Nutrigenomik ist bei allen Lebewesen gleich und wird in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend auch bei Hunden erforscht. In den USA ist der Forschungsstand deutlich weiter als in Deutschland und es gibt unzählige Studien, die unterschiedliche Effekte verschiedener Nahrungsmittel auf bestimmte Gene identifiziert haben. Substanzen, die die Zellgesundheit fördern, werden als funktionelle Substanzen bezeichnet. Dem gegenüber stehen schädliche oder potenziell schädliche Substanzen. Welche Substanzen für welchen Hund schädlich sind, lässt sich über eine Speichelprobe dank der modernen Labordiagnostik feststellen. Im Speichel lassen sich mittlerweile über 100 Antigene nachweisen, bevor eine Unverträglichkeit deutlich wird. So lassen sich Unverträglichkeiten und Krankheiten vermeiden, bevor sie ausbrechen.

Unabhängig vom Testverfahren lassen sich Stoffe aus dem Ernährungsplan verbannen, für die nachgewiesen wurde, dass sie zu negativen Veränderungen des Epigenom führen. Hierzu gehören unter anderem Konservierungsstoffe, Farbstoffe, einige künstlich hergestellte Vitamine und andere.

Weiterführende Literatur:

„Nutrigenomik für Hunde – Gesundheit durch optimale Ernährung: Die neuesten Erkenntnisse der Genforschung für die optimale Ernährung“ von Dr W. Jean Dodds und Diana R. Laverdure

Ein interessanter Artikel und Überblick über Nutrigenomik in der Humanmedizin im Ärzteblatt:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/126125/Das-Epigenom-Der-Dompteur-der-Gene