Warum ist mein Hund (immer) krank?

Es gibt Hunde, die leiden immer wieder an unterschiedlichen Krankheiten ohne erkennbare Ursache. Meist sind es entzündliche Prozesse, die den Hundehaltern und Tierärzten Rätsel aufgeben. In der Regel wird dann zur Behandlung der Entzündung (als Symptom) zu Antibiotika, Cortison und anderen Medikamenten gegriffen. Die Ursachen bestehen leider oft weiter und es kommt zu erneuten Ausbrüchen oder Verlagerungen der Symptomatik und damit entzündlichen Prozessen an anderer Stelle.

Spätestens dann macht es Sinn einen ganzheitlichen Blick auf den Hund und das Krankheitsgeschehen zu werfen! Mögliche Ursachen für Krankheit lassen sich in vier Bereiche einteilen:

  • Ernährung
  • Psychische Situation
  • Physische Situation
  • Umwelt

Wenn es in diesen Bereichen Störungen (Stressoren) gibt, kommt es zu besonderen körperlichen Belastungen (Stress). Findet man solche Stressoren und kann diese ausschalten oder vermeiden, geht es den Hunden oft schon deutlich besser!

Die folgende Liste mit Stressoren ist unvollständig und dient der Veranschaulichung.

Ernährung:

Unterversorgung mit essentiellen Fettsäuren, Vitaminen, Aminosäuren oder anderem, Überversorgung mit fettlöslichen Vitaminen, Proteinen, Fetten oder anderen Bausteinen, unausgewogene Verhältnisse zwischen wesentlichen Nahrungsbestandteilen (z.B. Calcium:Phosphor), fehlende biologische Verfügbarkeit der Inhaltsstoffe, Klebereiweiße aus Getreide oder Mais, die die Aufnahme der Nährstoffe verringern, etc.

Psychische Situation:

Überforderung durch ein reichhaltiges Trainingsprogram, Traumata, Unterforderung und fehlende Auslastung, zu lange Phasen des Alleinseins, Vermenschlichung, Unsicherheit durch unklare Position im Rudel oder Übernahme von Verantwortung für den Halter, den Bedürfnissen nicht gerecht werdende Aufgaben, etc.

Physische Situation:

Körperliche Einschränkungen durch Qualzucht, Unfälle oder ähnliche Katastrophen, genetische Disposition zu bestimmten Erkrankungen, Verletzungen, etc.

Umwelt:

Bakterien, Viren und Parasiten, Belastung des Futters mit Schadstoffen (Medikamentenrückständen, Pestizide, Schwermetalle, o.ä.), Schadstoffe in der Umgebung des Hundes, Substanzen in der Umgebung oder dem Futter auf das der Hund Unverträglichkeiten entwickelt hat, Belastungen durch Medikamente, Parasitenprophylaxe, Impfungen, etc.

Befindet sich jeder der vier Bereiche in einer ausgeglichenen Balance ist die Gesundheit des Hundes optimal und das Immunsystem schützt den Hund vor äußeren Einwirkungen (grüner Bereich in der Grafik). Da es der Hund nicht selbst kann, liegt es in unserer Verantwortung als Hundehalter, alle Bereiche möglichst im grünen Bereich zu halten!

Kommt es zu Stress in einem der Bereiche, kann der Körper in der Regel durch seine Selbstheilungskräfte die Gesundheit erhalten. Das ist abhängig von der Größe des Stressors (gelber Bereich).

Sind mehrere Stressoren vorhanden, können sich diese gegenseitig verstärken. Genauer formuliert, kommt es zu einer höheren Belastung und teilweise vervielfacht sich dadurch das Gesundheitsrisiko. So ist ein Infekt (Bereich Umwelt) für einen Hund mit zu kurz gezüchteter Schnauze (physische Situation) deutlich brisanter als für einen Hund mit langer Schnauze (gestrichelte Spirale in der Grafik).

Kommen viele Stressoren zusammen oder besonders starke Stressoren, kommt es zum Ausbruch von Krankheiten. Erste Anzeichen für eine Belastung des Körpers mit Stressoren sind meist Entzündungen. Entzündungen sind das Mittel des Körpers zum Umgang mit Störfaktoren. Daher sollte man bei Entzündungen immer die vier Bereiche unter die Lupe nehmen!

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